Even in death

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Ich rannte.
Meine Mutter verstand es einfach nicht.
Was soll ich tun?
Und ich waren seit dem Kindergarten beste Freundinnen.
Wann sich das geändert hatte, weiß ich gar nicht mehr.
Ich glaube, es war in dem Urlaub vor 2 Jahren, als ich gemerkt hab, dass sie mir vielleicht mehr bedeutete als “normal” war.
Auf jeden Fall genoss ich die Zeit mit ihr immer sehr, aber wann ich es wirklich gemerkt habe, war die Zeit die ich nicht mehr mit ihr verbrachte.
Ich sah die jeden Tag, doch wenn wir mal nicht zusammen unterwegs waren, merkte ich, dass ich zu fast nichts in der Lage war, und mit meinen Gedanken war ich auch eigentlich immer nur bei ihr, alles drehte sich im Kreis.
Eine andere Freundin sprach mich darauf an, und ich merkte, dass das wohl nicht normal war.
Um Abstand zu gewinnen, ging ich für einige Zeit weg- Kur, Urlaub, Ausland- was es eigentlich war, weiß ich gar nicht genau, auch kann ich kaum sagen, wie lang es war, aber es kam mir wie eine Ewigkeit vor.
Doch langsam aber stetig normalisierte sich mein Leben. Meine Freundin nahm immer noch einen großen Platz in meinem Leben ein, doch ich begann mich für andere Dinge zu interessieren.
Ich ging mit anderen Leuten weg, besonders gerne mit einem Jungen namens , und ich freute mich wirklich immer sehr, etwas mit ihm zu unternehmen.
Langsam näherten wir uns an, und es wäre bestimmt mehr daraus geworden, wenn mein Aufenthalt in diesem Land nicht langsam zu Ende gegangen wäre.
Ich kam heim, und ich hatte ein sehr komisches Gefühl- wie sollte ich nach allem, was passiert war, in mein Leben zurückkehren?
Später ging mir auf, dass genau das der Sinn meines Aufenthalts gewesen war.
Ich freute mich sehr, meine Freundin wieder zu sehen, doch sie hatte sich stark verändert: Sie hatte wohl einige Sachen zu sich genommen, sie trank, und sie hatte einige Freunde, und- wie ich schockiert bemerkte- Freundinnen gehabt!
Zitternd umarmten wir uns, und es hätte nicht viel gefehlt und wir hätten geweint.
An diesem Abend machten wir einen langen Spaziergang und ließen uns die ganze Zeit nicht los, und wir hatten viel, sehr viel zu besprechen.
Trotzdem kehrte die alte Vertrautheit nicht sofort zurück, und so beschloss ich, bei ihr zu übernachten. War ich deswegen weg gewesen? Ich konnte mich nicht erinnern.
Die Nacht war toll, und an ihr Lächeln werde ich mich wohl ewig erinnern. Danach sahen wir uns wieder häufiger, doch etwas war anders.
Es war eine Wärme in unseren Begegnungen, die ich hier weder beschreiben kann noch will, doch jeder einzelne Augenblick war so kostbar, dass ich lieber Tokio Hotel gehört hätte, statt ihn zu missen.
Unseretwegen hätte es ewig so gehen können, doch unsere Eltern wurden misstrauisch und wollten, dass wir uns nicht mehr so oft sahen.
Doch an diesem Tag war es mir gelungen zu entwischen, und ich war jetzt in der Stadt gewesen um ihr ein Geschenk zu laufen, doch als ich heimkam, sah mich meine Mutter böse an und sagte: “Ein Junge ist hier gewesen für dich. Ich habe ihn zu geschickt. “ Entesetzt starrte ich sie an. Sie hatte gar keine Ahnung was sie mir damit angetan hatte. Ich ließ sie nicht ausreden und ließ sie einfach stehen. Ich rannte, was das Zeug hält, denn jetzt ging es um mein Lebe.
Doch als ich bei ihr ankam, starte ihre Mutter mich nur verdutzt an.
“ ? Ja, der war hier.
Er war oben bei , aber er ist recht schnell wieder gegangen.”
“Und ?”
“Ja…” sagte sie und runzelte die Stirn. “Die ist gleich danach rausgerannt. Sie wirkte sehr… aufgewühlt.
Weißt du vielleicht was los ist? “
Doch ich schüttelte nur hektisch den Kopf und stürzte davon. Ich rannte rum, in der ganzen Stadt, ziellos und verzweifelt.
Ich verlor alles Zeitgefühl. Auf Anmache eines Penners guckte ich schließlich auf die Uhr, und merkte, dass Stunden vergangen waren. Erschöpft ging ich nach Hause und rief bei an. Ihre Mutter ging ans Telefon. “Hallo, gut, dass du anrufst. Ist bei dir?” Ihre Stimme klang aufgeregt. “Ist sie noch nicht daheim?” fragte ich, müde, doch in mir raste es. Ich hört ihre Mutter am anderen Ende der Leitung seufzen. “warten wir noch ein bissen.” “Ja…” sagte ich leise. Dann war die Leitung tot.
Ich wartete. Die Zeit zog dahin als wäre alles zehnmal, hundertmal langsamer als sonst, und mein Herz raste. Ich hatte das Gefühl irgendetwas in mir platze und finge an zu bluten.
Zitternd griff ich wieder nach dem Telefon, doch sie war noch immer nicht aufgetaucht.
Ein Bild tauchte vor meinem Inneren Auge auf, und das schlechte Gefühl, dass ich seit meine Mutter mir diese Hiobsbotschaft überbracht hatte, mit mir trug, verdreifachte sich. Ich schnappte mir mein Fahrrad und hetzte wie von Furien gehetzt zu dem Felsen, an dem wie so oft gemeinsam gewesen waren.
Er ragte tief über das Meer und normalerweise war die Aussicht hier hoch über den viele kleinen, aus dem Meer ragenden Felsen traumhaft, doch heute war sie schleierverhangen.
Und ja- hier war sie.
Hier stand sie und starte mit trüben Blick die Wolken an.
Ich wollte auf sie zurennen und sie anschreien, heulen oder sonst irgendwas machen, doch etwas hielt mich zurück.
Sie drehte sich um und ihr Blick war wie Stahl und schnitt mir ins Herz.
“Du hast mich verraten” Sagte sie, ganz ruhig.
Innerlich rang ich nach Luft. Wie-
“ Sag nicht, das es nicht so war.”

Und dann war etwas, und ihr Blick änderte sich. Schmerzlich, fast zärtlich blickte sie mich an.
“Ich hätte dir alles verziehen, weißt du das? “
Sie macht einen schnellen Schritt an den Rand der Klippe und blickte mich ein weiteres Mal, fast nebensächlich an.
“Ich liebe dich. Ist dir das eigentlich klar?”

Entsetzen.
Ja, dass war es, was mich in dem Moment durchflutete. Und ich wollte einen Schritt auf sie zumachen, doch sie machte dasselbe von mir weg. Einen Moment schwebte sie, und dann stürzte ich auf sie zu und warf mich auf den Boden, während sie fiel.
Sie viel lange.
Einen Moment hoffte ich noch, dass Geräusch des Ins-Wasser-Platschens zu hören, doch rüd blieb aus.
Stattdessen gab es ein hässliches Knack und die Felsen färbten sich rot. Dann sah ich, wie ihr Körper ins Wasser glitt.
Ich hatte gute Lust, hinterher zuspringen, doch dass war nicht mein Schicksal.
Mein Schicksal war es, hier auf dem Felsen zu stehen, und dem einzigen Menschen, den ich je geliebt hatte, hinterher zu sehen.
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